Hochschulrankings

Foto: Böttcher

Auch wenn Hochschulrankings immer nur einige Bereiche einer Hochschule bewerten und auch immer einer persönliche Abwägung zwischen den bewerteten Kriterien notwendig ist, so können solche Rankings dennoch eine gute Hilfe beider Entscheidungsfindung für einen Studiengang oder eine Universität sein.

Im Folgenden sind einige im Laufe der letzten zwei Jahre erschienenden Rankings aufgeführt. Lesen Sie zu den Rankings unbedingt auch den folgenden Absatz "Interpretation der Ranking-Ergebnisse".

CHE-Hochschulranking "Chemie" (Mai 2016) 

CHE-Hochschulranking "Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen" (Mai 2014)

CHE-Hochschulranking "Maschinenbau" (Oktober 2013)

 CHE-Hochschulranking "Verfahrenstechnik" (Mai 2013)

 CHE-Hochschulranking "Informatik" (Dezember 2012)

Absolventenbarometer (Oktber 2012)

CHE-Hochschulranking (Mai 2011)

Absolventenbarometer (September 2010)

CHE-Hochschulranking (Mai 2010)

 adh-Ranking (Dezember 2009)

Universum Student Survey (Juli 2009)

  • Universum Student Survey (19.000 Studierende an 100 Hochschulen befragt, Ergebnisse leider nicht kostenlos im Netz verfügbar)
  • TU Pressemitteilung dazu: Hoher Wohlfühlfaktor an der TU

Handelsblatt Betriebswirtschafts-Ranking (Juli 2009)

CHE-Hochschulranking (Mai 2009)

Absolventenbarometer (Januar 2009)

CHE-Hochschulsportranking (November 2008)

Studi.VZ Befragung

Interpretation der Ranking-Ergebnisse

Es hat den Anschein, als gäbe es mehr Rankings als Hochschulen und in irgendeinem Ranking ist jede Hochschule einmal auf einer Top-Position oder wird sehr schlecht bewertet. Welche Aussagekraft haben solche Rankings dann überhaupt?

Rankings bewerten jeweils eine Reihe von Eigenschaften und berechnen daraus eine Endnote und daraus wiederum eine Rangfolge der Hochschulen, d.h. es werden die Anzahl der Bücher in der Bibliothek gegen die Anzahl der Forschungsveröffentlichungen der Professoren gegen die Höhe der eingeworbenen Drittmittel aufgerechnet. Als Studieninteressierter muss man sich jedoch fragen: Welche dieser Eigenschaften sind für mich und mein Studium wichtig? Welchen Vorteil hat man z.B. von einem in Bezug auf seine Forschungsergebnisse hoch angesehenen Professor, der im Gegenzug aber vielleicht wenig Zeit für die Lehre hat?

Problematische Ranking-Kriterien

Im Folgenden sind einige Ranking-Kriterien aufgelistet, die auf den ersten Blick sofort einen guten Vergleich zulassen, bei genauerer Betrachtung jedoch überhaupt nicht mehr so eindeutig interpretierbar sind:

Promotionen pro Professor

Hier gilt allgemein ein hoher Wert als gut, da die Anzahl an Promotionen pro Professor und Jahr die Forschungsintensität widerspiegeln soll. Wirklich aussagekräftig ist dieser Wert jedoch nur zwischen Universitäten mit etwa derselben Anzahl an Studierenden in dem jeweiligen Fachbereich, da in einem Fachbereich mit weniger Studierenden auch - unabhängig von der Intensität der Forschung und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses - mit weniger DoktorandInnen zu rechnen ist.

Drittmittel pro Professor

Hier wird allgemein unterstellt, dass ein höherer Wert einen stärkeren Praxisbezug im Studium darstellt. Dies ist zwar nicht ganz falsch, aber etwas zu einfach gerechnet. Beinhaltet ein Drittmittelprojekt z.B. die Anschaffung von Maschinen, so bestimmen die Kosten für diese in einem ganz erheblichen Maße die gesamten Projektkosten. Folglich können die Drittmittel zwar in einem gewissen Maße innerhalb eines Faches als Vergleichskriterium verwendet werden, aber keinesfalls, um verschiedene Fächer miteinander zu vergleichen.

Bücher, Computerarbeitsplätze usw. in der Bibliothek

Hier muss man immer sehr genau aufpassen, wie gezählt wird. Entwickelt eine Bibliothek z.B. Systeme mit dessen Hilfe auch von zu Hause auf den Bibliotheksbestand zugegriffen werden kann, so ist dies bei bestimmten Zählweisen evtl. schlechter, als wenn Sie die Studierenden zwingt, während der Öffnungszeiten ins Bibliotheksgebäude zu kommen und dafür mehr Computer aufstellt. Häufig besitzen auch einzelne Institute Fachblibliotheken, so dass ein Weg in die zentrale Universitätsbibliothek gar nicht nötig ist. Wird jedoch nur die Anzahl der Bücher in der zentralen Bibliothek erfasst, so führt dieses Serviceplus wieder zu schlechteren Ranking-Werten.

Forschungsreputation

Natürlich stellt die Forschungsreputation ein gewisses Qualitätsmerkal für eine Universität dar. Allerdings muss man sich als potenzieller Student auch fragen, was man selbst davon hat. Wenn ein Professor viel Zeit darein investiert, viele Veröffentlichungen pro Jahr zu schreiben, hat er dann noch genug Zeit, um sich auch selbst um die Lehre zu kümmern oder schickt er dafür einen Lehrbeauftragten vor, dessen Lehrqualität nirgends erfasst ist? Wird bei der Ermittelung der "Forschungsreputation" nicht die Anzahl der Veröffentlichungen pro Professor gezählt, sondern werden andere Professoren gefragt, welche Universitäten auf den jeweiligen Gebieten führend sind, so können nur Großforschungseinrichtungen gewinnen, die viel Personal in den einzelnen Bereichen einsetzen können. Kleine Universitäten, die sich auf einige wenige Bereiche spezialisiert haben, werden hier immer schlechter abschneiden.

Sinnvolle Vergleichskriterien

Einen guten Anhaltspunkte bieten daher stets Rankings, in denen Studierende oder noch besser Absolventen rückblickend über die Zufriedenheit mit ihre Hochschule befragt werden. Studierende bzw. Absolventen mitteln auch über diverse Kriterien, allerdings dürfte die Art und Weise, wie Absolventen die Wichtigkeit einzelner Kriterien bemessen, sehr nah an der Art, wie Studieninteressierte bestimmte Eigenschaften bewerten, liegen.

 

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