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Umweltverfahrenstechnik und Recycling (Master)

 

Knapper und teurer werdende Rohstoffe einerseits, wachsende Müllberge andererseits stellen die Gesellschaft vor die Herausforderung, Abfälle als Quelle von Sekundärrohstoffen effizient zu verwerten. Umweltschäden bei der Behandlung sowie der Beseitigung unverwertbarer Reste müssen vermieden, Altlasten müssen saniert werden.

Mit Hilfe mechanischer, chemischer und thermischer Prozesse lassen sich intelligente Recycling- sowie Boden- und Abwasserbehandlungsverfahren entwickeln.

Klassische Clausthaler Kompetenzen aus den Gebieten Geowissenschaften/Geotechnik, Energie- und Rohstoffgewinnung, Aufbereitung, Verfahrenstechnik und Werkstoffwissenschaften sowie der ökonomischen und ökologischen Bewertung bilden dabei die Basis der Ausbildung im Master-Studiengang Umweltverfahrenstechnik und Recycling.

Fachliche Schwerpunkte

Eine Differenzierung in unterschiedliche spezifisch festgelegte Studienrichtungen innerhalb des Master-Studiums ist nicht vorgesehen. Etwa die Hälfte des Curriculums umfasst Vorlesungen, Übungen und Seminare in folgenden Bereichen:

  • Abfallaufbereitung und -verwertung
  • Recycling von Metallen, Kunststoffen und mineralischen Fraktionen
  • Thermische Prozesse und Deponietechnik
  • Bodensanierung, Abwassertechnik und Luftreinhaltung
  • Umweltanalytik und Toxikologie
  • Umweltmanagement und Umweltrechnungswesen

Ein weiteres knappes Viertel des Studienumfangs kann für Vertiefungen in bestimmten Gebieten aus den genannten Bereichen oder gegebenenfalls auch für andere Spezialisierungen genutzt werden. Das letzte Viertel ist Praktika, Projekt-, Studien- und Masterarbeiten vorbehalten.

Zulassungsvoraussetzung

Dieser Master-Studiengang setzt auf verschiedenen Bachelor-Studiengängen auf. Absolventen der Bachelor-Studiengänge

an der TU Clausthal sowie einer Reihe weiterer Bachelor-Studiengänge im Bereich Umwelt anderer Universitäten und Fachhochschulen können aufbauend Fachwissen und Kompetenz im Bereich Umweltverfahrenstechnik und Recycling erlangen.

Aufbau des Studiums

Folgende Studieninhalte sind für alle Studierenden Pflicht:

  • Recycling (Abfallströme, Abfallcharakterisierung, Verwertungsstrukturen und -technologien)
  • Projektierung von Abfallaufbereitungsanlagen
  • Metallurgische Verfahrenstechnik
  • Thermische Behandlung von Rest- und Abfallstoffen
  • Recycling von Kunststoffen
  • Abwassertechnik und Luftreinhaltung
  • Bodensanierung
  • Toxikologie, physikalische und chemische Umweltanalytik
  • Umweltmanagement und Umweltrechnungswesen
  • Nachhaltigkeit und globaler Wandel

sowie Labor- und Fachpraktika, Projekt- oder Studienarbeit und Kolloquium bzw. Vortragsseminar.

Um den Übergang in das Master-Studium aus verschiedenen Bachelor-Studiengängen zu ermöglichen, ist ein Komplementär-Modul mit einem Umfang von in der Regel bis zu 8 SWS vorgesehen, in welchem die jeweils fehlenden Grundlagen nachgeholt werden können.

Zusätzlich sind Wahlpflichtfächer in einem Umfang von 15 SWS aus den Bereichen Metallurgie, Nichtmetallische Werkstoffe, Brennstofftechnik oder Abwasser, Boden, Deponien, Geosysteme und Monitoring zu belegen.

Berufsbild und Arbeitsmarkt

Das Berufsfeld der Ingenieure der Fachrichtung Umweltverfahrenstechnik und Recycling umfasst alle Tätigkeiten, die sich präventiv oder reaktiv mit dem Schutz der Umwelt befassen und/oder mit der Rohstoffsicherung aus Abfallströmen. Zu ihren Aufgaben gehören der produktionsintegrierte Umweltschutz, das Recycling sowie Analyse, Vermeidung und Sanierung im Bereich der Entstehung und Ausbreitung von Schadstoffen in der Luft, in Gewässern und im Boden. Sie sind in der Lage, unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und gesetzlicher Aspekte ganzheitliche Strategien zu entwickeln, Anlagen zu planen, zu bauen oder zu betreiben. Die Berufs- und Tätigkeitsfelder sind auf Grund der generalistischen Ausbildung sehr vielseitig. Die wichtigsten Arbeitsmärkte für Absolventen des Studiengangs sind:

  • Recycling- und Entsorgungswirtschaft
  • Roh- und Grundstoffindustrie
  • Automobil- und Elektronikindustrie
  • Anlagenbau
  • Abwasserbehandlungsanlagen
  • Sanierungsunternehmen

Erfahrungsbericht

Dr.-Ing. Reimund Westphal (Geschäftsführer Recylex GmbH)

Sowohl die klassische Nichteisen-Metallurgie, beispielsweise die Herstellung von Kupfer, Zink, Blei, Nickel und Aluminium für die Automobilindustrie, als auch die moderne NE-Metallurgie, etwa die Herstellung von Arsen, Germanium, Gallium und Indium für die heutige elektronische Kommunikationstechnik, sind Schlüsseltechnologien in der Industrie. Der Einsatz von NE-Metallen beschreibt deshalb den technologischen Standard einer Gesellschaft. Die große Herausforderung der Zukunft besteht in der Rohstoffsicherung durch Recycling. Als Metallurge entwickelt man Verfahren, die Rohstoffe ersetzen können. Recycling, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, CO2-Reduktion und Umweltschutz zählen zu den großen Themen unserer Industriegesellschaft. Ingenieure, die in diesem Bereich ausgebildet werden, stehen im Mittelpunkt aktueller Fragen und haben damit hervorragende Perspektiven in einem global und auch sehr kaufmännisch geprägten Berufsfeld. Insbesondere am Studienort Clausthal bieten sich dem Studierenden hervorragende Möglichkeiten, durch die ansässige Industrie das Studium praktisch zu ergänzen und für einen Berufseinstieg zu bereichern.

Studienfachberatung

Prof. Dr.-Ing. Daniel GoldmannProf. Dr.-Ing. Daniel Goldmann
Telefon: +49 5323 72-2735
Fax: +49 5323 72-2353
E-Mail: daniel.goldmann@tu-clausthal.de
Institut für Aufbereitung, Deponietechnik und Geomechanik
Walter-Nernst-Straße 9
38678 Clausthal-Zellerfeld

 
Foto: André Betram
Überblick
Typ: Master-Studiengang
Dauer: 4 Semester
Unterrichtssprache: Deutsch
Abschluss:
Master of Science (M.Sc.)
Zulassungsvoraussetzung: Bachelor-Studium Verfahrenstechnik/ Chemieingenieurwesen, Geoenvironmental Engineering oder Energie und Rohstoffe an der TU Clausthal ansonsten siehe Zulassungsvoraussetzungen
Studienbeginn:
Empfohlen wird das Wintersemester, möglich ist auch das Sommersemester.
Informationsmaterialien
Broschüre:
Studieren in Clausthal
(pdf)
Modulhandbuch (pdf)
Modellstudienplan (pdf)

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