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Angewandte Mathematik (Bachelor)

 

Der Bachelor-Studiengang Angewandte Mathematik wurde eingestellt. Einschreibung sind diesen Studiengang sind somit für Studienanfänger nicht mehr möglich. Der Studiengang endet mit Ablauf des Wintersemesters 18/19.

Als Nachfolgestudiengang startet beginnend mit dem Wintersemester 2017/2018 der Bachelor-Studiengang Wirtschafts-/Technomathematik (siehe die Webseiten zu den beiden Studienrichtungen Wirtschaftsmathematik (Bachelor) und Technomathematik (Bachelor).

Die Mathematik ist ein eigenständiges Grundlagenfach und zugleich eine unentbehrliche Schlüsseldisziplin für moderne Natur- und Ingenieurwissenschaften, Informatik und Wirtschaftswissenschaft. Durch die steigende Leistungsfähigkeit der heutigen Computer werden ständig neue Gebiete für die Modellierung, Simulation und Optimierung mit mathematischen Methoden erschlossen. In den dazu erforderlichen Gebieten Analysis, Numerische Mathematik, Stochastik und Optimierung liegen auch die Schwerpunkte der anwendungsorientierten Mathematikausbildungen an der TU Clausthal.

Fachliche Schwerpunkte

  • Gemeinsame Basisausbildung Mathematik/Informatik:
    • Analysis
    • Lineare Algebra und Diskrete Strukturen
    • Algorithmen und Datenstrukturen
    • Programmiertechniken
  • Analysis
  • Numerische Mathematik
  • Stochastik
  • Optimierung

Der Studiengang Angewandte Mathematik kann in zwei Ausprägungen studiert werden, die sich im Wesentlichen durch die Wahl des Anwendungsfachs unterscheiden. Für die technische Vertiefungsrichtung sind Veranstaltungen aus dem Ingenieurbereich zu wählen, in der Vertiefungsrichtung Wirtschaftsmathematik ist das Anwendungsfach Wirtschaftswissenschaft zu wählen. Im letzten Studienjahr kommen fächerübergreifende Veranstaltungen hinzu, in denen die Studierenden das bis dahin Erlernte einsetzen und erproben sollen. Dies dient zugleich der Vorbereitung auf die Bachelor-Arbeit.

Fragen & Antworten

 
Ist es für ein erfolgreiches Mathematik-Studium hilfreich, in der Schule Mathematik als Leistungskursfach gehabt zu haben, da das Studium auf dem dort erworbenen Wissen und den dort erworbenen Fähigkeiten aufbaut?
 
Ja und Nein! Mathematik als Leistungsfach gehabt zu haben, ist nicht unbedingt notwendig, aber sehr hilfreich. Im Mathematik-Studium wird im Prinzip kein Schulwissen als bekannt vorausgesetzt. Auch Definitionen und Zusammenhänge, die in Schulen verbindlich behandelt werden, werden in den ersten Semestern noch einmal angegeben oder hergeleitet sowie durch Übungsaufgaben vertieft. Allerdings treten die größten Schwierigkeiten in einem Mathematik-Studium in den ersten Semestern auf. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich hilfreich, wenn einige der im ersten Semester behandelten Themen schon aus der Schule bekannt sind, daher ist die Wahl von Mathematik als Leistungsfach für den Einstieg ins Mathematik-Studium ein sehr großer Vorteil.
 
 
Muss man für Mathematik gut Kopfrechnen können?
 
Nein! Diese Einschätzung der Mathematik hält sich in Teilen der Öffentlichkeit hartnäckig, ist aber völlig falsch. Auch Mathematiker/innen kennen die Vorzüge von Taschenrechnern und Computern. Neben anderen Fragestellungen beschäftigen sich Mathematiker/innen natürlich auch damit, wie sich Lösungen mathematischer Probleme geschickt berechnen lassen, um zum Beispiel wenig Speicherplatz oder wenig Rechenzeit auf einem Computer zu benötigen, die konkrete Berechnung wird dann aber in der Praxis den Maschinen überlassen.
 
 
Komme ich während des Mathematik-Studiums ohne Computer aus?
 
Nein! Wie wichtig der Einsatz von Computern ist, hängt vom Teilgebiet der Mathematik ab. Nachdem man sich theoretisch überlegt hat, mit welchen mathematischen Methoden ein praktisches Problem sinnvoll gelöst wird, sollte stets eine praktische Umsetzung, also eine Implementierung dieses Verfahrens erfolgen. Zumindest bei kleineren Problemstellungen sollten Mathematiker/innen in der Lage sein, dies selbst am Computer zu erledigen. Auch wenn es darum geht, theoretische Zusammenhänge auszuknobeln, können Beispielrechnungen, die man am Computer durchführt, Ideen liefern. Daher hören Studierende im Clausthaler Studiengang Angewandte Mathematik auch Veranstaltungen aus der Informatik und belegen einen Programmierkurs.
 
 
Ist das erfolgreiche Lösen von Knobelaufgaben wie im Bundeswettbewerb Mathematik oder Mathematik-Olympiaden ein Anzeichen für ein erfolgreiches Mathematik-Studium?
 
Ja und Nein. Wem das Lösen der Aufgaben aus dem Bundeswettbewerb Mathematik oder Mathematik-Olympiaden Spaß macht, ist in den meisten Fällen für ein Mathematik-Studium auch gut geeignet. Umgekehrt haben aber auch viele erfolgreiche Absolventen/-innen eines Mathematik-Studiums nie an derartigen Wettbewerben teilgenommen oder waren nicht erfolgreich. Dies liegt unter anderem daran, dass für die Lösung derartiger Wettbewerbsaufgaben immer ähnliche Tricks zur Anwendung kommen, je nach Schulunterricht sind diese bekannt oder unbekannt. In letzterem Fall macht das Lösen dieser Aufgaben naturgemäß wenig Spaß.
 
 
Können Mathematiker/innen nur als Lehrer/innen oder in Versicherungen arbeiten?
 
Nein. Natürlich ist das Versicherungswesen ein klassisches Anwendungsfeld der Mathematik. Heutzutage ist das Spektrum der Berufsmöglichkeiten für Mathematiker/innen allerdings sehr viel umfassender: In der Finanzwelt (Banken, Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung), in der Dienstleistung (Logistik, Fluggesellschaften, Autovermietungen, Verkehrsplanung), aber auch in produzierenden Unternehmen werden Mathematiker/innen eingesetzt.
 
 
Mit einem abgeschlossenen Mathematik-Studium kann man immer noch in die Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften wechseln.
 
Ja. Das Einsatzspektrum von Mathematikern/-innen ist in der Wirtschaft sehr breit. Auch ingenieur- oder wirtschaftswissenschaftliche Institute an Universitäten stellen gerne Mathematiker/innen ein. Es kommt nicht selten vor, dass nach einem Mathematik-Studium die Promotion zum Dr.-Ing. erfolgt.
 
 
Gibt es in der Mathematik noch etwas zu erforschen?
 
Ja, auf jeden Fall! Jede Lösung sowohl für innermathematische Fragestellungen als auch für Probleme aus der Praxis wirft neue Fragen auf, sowohl Möglichkeit als auch Bedarf für mathematische Forschung sind daher unerschöpflich. Derartige Forschungsarbeit kann im Rahmen einer Universitätskarriere, aber natürlich auch in freien Unternehmen erfolgen.
 
 
Ist der Ablauf des Unterrichts an Universitäten ist mit dem an Schulen vergleichbar?
 
Nein. Wie für viele andere Studiengänge gilt auch für die Mathematik, dass Veranstaltungen in Vorlesungen und Übungen aufgeteilt sind. In den Vorlesungen werden eher Definitionen vorgestellt und theoretische Zusammenhänge hergeleitet werden, vorkommende Beispiele sind meist sehr kurz oder immer noch vergleichsweise abstrakt. Dies ist aber durchaus beabsichtigt, denn in den vorlesungsbegleitenden Übungen werden konkretere und ausführlichere Beispiele besprochen.
 
 
Die größten Schwierigkeiten im Mathematik-Studium treten am Anfang auf.
 
Ja, für ein Mathematik-Studium braucht man ohne Zweifel eine gewisse mathematische Begabung (Logik, algorithmisches Denken, Abstraktionsvermögen) und darüber hinaus, ganz wichtig, einfach auch Spaß an Mathematik. Leider ist es nicht immer möglich, aufgrund des Schulunterrichts eine richtige Einschätzung der eigenen Begabung und Begeisterungsfähigkeit für Mathematik vorzunehmen, nach den ersten zwei Semestern Studium dagegen schon. Dazu kommt die Umgewöhnung an einen anderen Lehrstil und somit an ein anderes Lernverhalten, außerdem die Gewöhnung an die präzise Sprache der Universitäts-Mathematik. Studienkarrieren, die an den letzten Prüfungen oder der Abschlussarbeit scheitern, was in einigen anderen Studiengängen häufiger passiert, sind äußerst selten, die Gründe dafür meist auch nicht fachlicher Natur.
 



Aufbau des Studiums

Mit dem sechssemestrigen Bachelorstudiengang wird die Basis für diese Ausbildung gelegt. Ein darauf aufbauender Masterstudiengang bietet die Möglichkeit der Vertiefung und Spezialisierung und ist Voraussetzung für eine anspruchsvolle spätere Berufstätigkeit.

 

Die Grafik zeigt den Aufbau des Bachelorstudiengangs im Überblick. Die Zahlenangaben beziehen sich dabei auf die sogenannten 'ECTS'. 3 ECTS bezeichnet den Arbeitsaufwand für Studierende, den etwa 1.5 Zeitstunden (2 SWS) Vorlesung in der Woche erfordern.

Der Studiengang kann in zwei Ausprägungen studiert werden, die sich im wesentlichen durch die Wahl des Anwendungsfachs unterscheiden. Für die technische Vertiefungrichtung sind Veranstaltungen aus dem Ingenieurbereich zu wählen, in der Vertiefungrichtung 'Wirtschaftsmathematik' ist das Anwendungsfach Wirtschaftswissenschaften zu wählen.

Studierende erhalten eine breite Grundausbildung in Mathematik und Informatik, die identisch ist für die Bachelorstudiengänge 'Angewandte Mathematik' und 'Informatik/Wirtschaftsinformatik'. Darauf bauen weitere Veranstaltungen in den mathematischen Kernfächern auf. die in Clausthal einen Akzent auf der angewandten Mathematik (Numerik, Stochastik, Optimierung) haben. Gegen Ende des Bachelorstudiums soll das bis dahin Erlernte aus Mathematik, Informatik und dem Anwendungsgebiet in einem 'mathematischen Praktikum' zusammengeführt und auf eine konkrete Fragestellung angewendet werden.

Der erfolgreiche Abschluss des Bachelorstudiengangs ist die Voraussetzung für die Zulassung zu einem der Masterstudiengänge.

Anschließende Studienmöglichkeiten

Das Bachelor-Master-Prinzip erhöht für die Studierenden im Bachelor-Studiengang „Angewandte Mathematik“ die Flexibilität bei der Wahl der Studienausrichtung: Statt der früheren Diplom-Studiengänge, die eine verbindliche Studienausrichtung ab dem ersten Semester verlangten, wird nun ein allgemeiner Bachelor-Studiengang angeboten, der verschiedene Spezialisierungen im anschließenden Master zulässt.

Zurzeit werden die beiden Master-Studiengänge Angewandte Mathematik und Operations Research als Fortsetzungen des Bachelors Angewandte Mathematik angeboten. Außerdem ist ein Übergang in den Master-Studiengang Informatik sowie in den Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik möglich; in diesem Fall müssen etwaige fehlende Informatik-Veranstaltungen aus dem Bachelor Informatik im Rahmen eines Konvergenz-Blockes nachgeholt werden.

Berufsbild und Arbeitsmarkt

Mathematiker und Mathematikerinnen sind Generalisten, die in der Lage sind, gemeinsame Grundmuster in verschiedenen Anwendungssituationen zu erkennen, geeignete mathematische Modelle und Lösungsverfahren zu entwickeln und praktisch umzusetzen. Dazu ist neben den Kenntnissen mathematischer Methoden auch ein Grundlagenwissen in angrenzenden Gebieten (Informatik, Ingenieurwissenschaften, BWL) erforderlich. Mit einem solchen Ausbildungsprofil bestehen hervorragende Berufschancen z.B. in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, in Telekommunikations- und Verkehrsbetrieben, bei Banken und Versicherungen.

Studienfachberatung

Prof. Dr. Lutz AngermannProf. Dr. Lutz Angermann
Telefon: +49 5323 72-2433
Fax: +49 5323 72-3601
E-Mail: ba.math@tu-clausthal.de
Institut für Mathematik
Erzstraße 1
38678 Clausthal-Zellerfeld

 
Foto: Christian Ernst
Überblick
Typ: Bachelor-Studiengang
Dauer: 6 Semester
Unterrichtssprache: Deutsch
Abschluss:
Bachelor of Science (B.Sc.)
Keine Neueinschreibung mehr möglich

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