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Wirtschaftsinformatik (Bachelor)

 

Die Wirtschaftsinformatik ist eine junge Wissenschaft, die sich besonders durch ihre Interdisziplinarität auszeichnet. So hat sie ihre Wurzeln in den Wirtschaftswissenschaften, der Mathematik und der Informatik, gilt aber seit ca. 20 Jahren als eigenständige wissenschaftliche Disziplin. Erkenntnisse und Methoden der Sozialwissenschaften, Soziologie und Psychologie sowie benachbarter Wissenschaftsdisziplinen wie Kybernetik, Systemtheorie und Nachrichtentechnik sind für Forschung, Lehre und Praxis der Wirtschaftsinformatik relevant.

Hauptgegenstand der Wirtschaftsinformatik sind Informations- und Kommunikationssysteme in Wirtschaft und Verwaltung. Darüber hinaus erweitern neue Phänomene und Technologien wie Soziale Netzwerke und Mobile Systeme den Betrachtungshorizont der Wirtschaftsinformatik. 
 
Bei uns am Institut für Informatik erwartet Sie ein dynamisches Team von Professoren, Dozenten und Mitarbeitern. In unseren Lehrveranstaltungen erlernen Sie zunächst die Grundlagen der Wirtschaftsinformatik und später alles Wissenswerte aus attraktiven Spezialgebieten (z.B. ERP-Systeme, Operations Research und Softwaretechnik). Dabei profitieren Sie davon, dass die TU Clausthal eine relativ kleine Universität ist und wir bei einem Verhältnis von ca. 25 Studierenden pro Professor eine optimale Betreuung bieten können. Überfüllte Hörsäle mit Sitzplätzen auf den Stufen gibt es hier nicht. Zudem werden Sie von Beginn an in unserem Mentorenprogramm von Professoren und älteren Studierenden betreut.

Zertifizierungsprogramm

Mit dem Zertifizierungsprogramm "Certified Information Systems Engineer, TU Clausthal", bieten wir die Möglichkeit, als Teil Ihres Studiums attraktive, industriell anerkannte Zertifikate in den Bereichen Software Engineering und ERP-Systeme zu erwerben (weitere Informationen).

Fachliche Schwerpunkte

Der Bachelor-Studiengang Informatik/Wirtschaftsinformatik kann mit den Schwerpunkten „Informatik“ und „Wirtschaftsinformatik“ studiert werden. In diesem Abschnitt wird der Schwerpunkt „Wirtschaftsinformatik“ beschrieben.

Fragen & Antworten

 
Viele Studierende müssen sich ihren Lebensunterhalt oder einen Teil davon zusätzlich zum Studium finanzieren. Wie geht man damit am besten um?
 
Das Institut für Informatik sucht fast immer Hilfswissenschafter (Hiwis). Als Hiwi können engagierte und lernbereite Studierende ihr Interesse an der Informatik mit einer bezahlten Aufgabe an einem unserer Lehrstühle kombinieren.

Zusätzlich zum Geld hat das den Vorteil, dass Hiwis praktische Erfahrung in dem Feld sammeln, in dem sie einen Abschluss erwerben wollen. Das hilft beim Verstehen des Stoffes und wird auch im Lebenslauf von zukünftigen Arbeitgebern gern gesehen!
 
 
Muss ich schon ein oder mehrere Programmiersprachen gelernt haben, um Informatik oder Wirtschaftsinformatik studieren zu können?
 
Nein. Es ist grundsätzlich nicht nötig Programmierkenntnisse zu haben, da es auch Teil des Studiums ist, diese zu erwerben. Falls schon Programmierkenntnisse vorhanden sind, dann ist dies natürlich von Vorteil, sollte aber nicht dazu verleiten, das Studium als einfach zu betrachten. Der Schwierigkeitsgrad steigt nämlich schnell.
 
 
Inwieweit muss/kann ich mich in der Informatik auch mit anderen Themengebieten außerhalb der Informatik auseinandersetzen?
 
Über den Tellerrand des eigenen Fachbereichs zu schauen, lohnt sich fast immer. Bei der Erstellung von Softwaresystemen arbeiten Informatiker/innen und Wirtschaftsinformatiker/innen mit Spezialisten aus den jeweiligen Anwendungsgebieten zusammen. Zur Erstellung moderner Software ist es unbedingt nötig, die Probleme und Anforderungen des Auftraggebers kennen zu lernen und sich in seine Rolle zu versetzen. Nur so kann es gelingen, eine erfolgreiche Software zu bauen.
 
 
Ist es in der Informatik wichtig gut Englisch sprechen zu können?
 
Auch wenn die eigenen Englischkenntnisse nach dem Abitur nicht die Besten sein sollten, sollte man bestrebt sein, diese weiter auszubauen. Zwar gibt es sehr viel Literatur in der Informatik auch auf Deutsch, aber gerade fortgeschrittene Bücher und Konferenzpapiere sind oft in Englisch verfasst. Wer eine Laufbahn in der Wissenschaft anstrebt, wird um gute Englischkenntnisse nicht herumkommen, da fast jede Konferenz auf Englisch ist. Und wer nach dem Studium eine Karriere in der Industrie anstrebt, wird auch die Vorzüge der Weltsprache Englisch erkennen.
 
 
Gibt es Möglichkeiten, sich neben dem Wirtschaftsinformatik- oder Informatik-Studium weiterzubilden?
 
Ja und zwar auf vielerlei Weise. Die einfachste Art wäre wohl das Lesen passender Fachliteratur oder der Besuch von Online-Vorlesungen. Das Studium Generale bietet dabei auch viele Angebote im sogenannten Soft Skills Bereich wie Rhetorik, Sozialkompetenz oder Sprachen. Wichtig ist aber auch eine eher praktische Weiterbildung, denn Wissen geht von der Hand in den Kopf. So kann man in einem Job als HiWi-Jobs (Hilfswissenschaftler) am Institut für Informatik Gelerntes anwenden und neue Fertigkeiten erwerben; oder man nutzt die prüfungsfreie Zeit zwischen den Semestern zu einem Industriepraktikum oder eine Tätigkeit als Werksstudent/in. Gerade Studierende der Wirtschaftsinformatik und Informatik werden von der Industrie gern als Werksstudenten und Praktikanten genommen und können sich auf diese Weise schon während des Studiums wichtige Zusatzqualifikationen und Kontakte aneignen und nebenbei noch Geld verdienen.
 
 
Ich habe nur Mathe-Grundkurs oder nur eine 3 in Mathe. Muss ich gut in Mathe sein, um Informatik/Wirtschaftsinformatik studieren zu können?
 
Natürlich ist es hilfreich, wenn man ein mathematisches Verständnis mitbringt, schließlich ist Informatik ein Anwendungsfach der Mathematik. Im Informatikstudium wirst Du Dich auch mit Mathe beschäftigen - allerdings ist das keine Mathe, wie Du sie aus der Schule kennst und hat oft mit reinem Rechnen nicht mehr viel zu tun. Auch wird der Stoff, der für ein Fach wichtig ist, noch einmal wiederholt. Wenn beispielsweise Kurvendiskussion wichtig für das zu lernende Mathe-Fach ist, wird der Dozent den betreffenden Stoff noch einmal mit Euch durchgehen.
 
 
Muss ich programmieren können, um Informatik/Wirtschaftsinformatik zu studieren?
 
Nein. Sicherlich ist es gut, wenn Du weißt, wie man einen Computer anschaltet, ins Netz kommt und Dateien speichert und austauscht. Es ist aber nicht notwendig, dass Du fließend eine Programmiersprache beherrschst - die grundlegenden Programmierkonzepte werden in den Vorlesungen behandelt, die zugehörigen Sprachen kannst Du Dir mit Hilfe dieser Konzepte aneignen und in den Übungen zu den Vorlesungen vertiefen. Vielleicht ist es sogar ganz gut, wenn Du nicht zu viel programmieren kannst dann ist die Gefahr geringer, dass Du am Anfang schon denkst, Du kannst alles und dann den Anschluss verlierst.
 
 
Brauche ich einen eigenen Computer oder Laptop, um Informatik/Wirtschaftsinformatik studieren zu können?
 
Nein. Hier an der TU Clausthal gibt es zahlreiche Rechnerpools, in denen Du immer freie Rechner findest, auf denen alle notwendigen Programme installiert sind. Auch in der Bibliothek findest Du Rechner, mit deren Hilfe Du recherchieren kannst.
 
 
Stimmt es, dass man als Informatiker immer nur programmieren muss?
 
Nein. Informatik ist mehr als Programmieren. Zwar werden Dir während des Studiums gute Programmierkenntnisse vermittelt, tatsächlich ist das eigentliche Programmieren aber eher zweitrangig. Wenn Du Informatik studierst, beschäftigst Du Dich mit den Theorien hinter dem Programmieren, welche Konzepte es gibt. Das Programmieren ist Mittel zu Zweck, um auszuprobieren, ob die Theorien auch wirklich funktionieren. Es gibt viele Bereiche der Informatik, die sogar auf den ersten Blick wenig mit Programmieren zu tun haben: Im Software Engineering beschäftigt man sich zum Beispiel mit Menschen und ihren Anforderungen an Programmen, mit Prozessen um die Erstellung von Software. Human Computer Interaction beschäftigt sich damit, wie Menschen mit Programmen umgehen, wie man diesen Umgang natürlicher gestalten kann. So findet man viele Beispiele...
 
 
Müssen in allen Modulen Prüfungen abgelegt werden?
 
Nein, für eine Reihe von Modulen gibt es keine Prüfungen. Für den Programmierkurs, die Werkzeuge der Informatik und das Programmierpraktikum genügt zum Beispiel ein Übungsschein. In diesen Modulen geht es vorrangig um den Erwerb praktischer Fertigkeiten und Erfahrungen. Ihr solltet sie aber trotzdem ernst nehmen und genügend Zeit dafür einplanen.
 
 
Bin ich benachteiligt, wenn ich in der Schule keinen Informatikunterricht hatte?
 
Nein. Das, was im Informatikunterricht vorkommt, wird in den Grundlagenvorlesungen noch einmal wiederholt. An der Uni beschäftigst Du Dich vollzeit mit einem Fach, dass in der Schule ein Nebenfach war. Dadurch, dass Du Dich intensiv mit der Materie beschäftigst, kannst Du sehr schnell den gleichen Stoff lernen und bist nicht benachteiligt. Zumal der Informatikunterricht an den Schulen häufig auch Anwendungen wie MS Office beinhaltet, um die es im Studium gar nicht mehr geht...
 
 
Sind Jungen nicht im Vorteil? Die sitzen doch oft schon den ganzen Tag vor dem Rechner. Sind das nicht bessere Informatiker?
 
Nein, sind sie nicht. Jungen interessieren sich meistens schon früher für Computer und reden auch viel darüber. Und häufig interessieren sie sich eher für die Computerspiele. Im Studium geht es allerdings nicht um Computerspiele - zumindest nicht um die beste HighScore oder den ausgefeiltesten Charakter. Frauen, die sich für ein Informatik- oder Wirtschaftsinformatikstudium entscheiden, tun dies mit einem anderen, meistens ernsthafteren Hintergrund. Sie haben oft stark ausgeprägte soziale Fähigkeiten, die sind auch für den Studienerfolg sehr wichtig. Statistiken zeigen sogar, dass weniger Frauen ein Informatikstudium abbrechen als Männer.
 
 
Besteht bei einem Wirtschaftsinformatikstudium nicht die Gefahr, dass man am Schluss weder in der Informatik noch in den Wirtschaftswissenschaften richtig gut ist?
 
Nein. Im Studium der Wirtschaftsinformatik erhältst Du eine fundierte Grundausbildung in beiden Fächern. Zusätzlich lernst Du aber noch, die beiden Fächer zu vernetzen. Dadurch sprichst Du als Wirtschaftsinformatiker die Sprache der Informatik UND die Sprache der Anwender, kannst zwischen beiden Welten vermitteln und betriebliche Anforderungen und Prozesse in die Welt der Computer und Anwendungssysteme abbilden. Und das macht Dich zum hochgefragten und gut bezahlten Experten.
 
 
Muss ich mich an den empfohlenen Modellstudienplan halten?
 
Nein, das ist nicht notwendig. Es gibt keine Vorschrift, in welchem Semester die Module belegt werden müssen. Allerdings sichern unsere Empfehlungen einen reibungsfreien Studienverlauf. Viele Module setzen Wissen aus den vorangehenden Semestern voraus. Wenn ihr unsicher seid, dann helfen die Studienfachberater/innen gern weiter. In Einzelfällen kann es aber sinnvoll sein, Module zu tauschen oder vorzuziehen. Z.B. wenn die Wunschveranstaltung für die Schlüsselqualifikationen erst im nächsten Semester belegt werden kann.
 
 
Gibt es für alle Module Hausaufgaben?
 
In den meisten Modulen werden Übungsaufgaben gestellt, die ihr zu Hause oder während einer Rechnerübung bearbeitet und dann bei euren Übungsleitern/-innen abgebt. Die Hausaufgaben dienen der selbständigen Wiederholung und Anwendung der Inhalte aus den Vorlesungen. Hausaufgaben gibt es meist wöchentlich. Die Lösungen werden dann gemeinsam in den Tutorien mit den Übungsleitern/-innen besprochen. In den meisten Modulen könnt ihr erst an der Prüfung teilnehmen, wenn ihr euren Übungsschein bekommen habt. Den Übungsschein gibt es im Allgemeinen, wenn ihr regelmäßig an den Übungen teilgenommen und mindestens 50% der Übungsaufgabenpunkte erreicht habt. Fragt eure/n Übungsleiter/in nach den genauen Regeln für das jeweilige Modul.
 
 
Ich bin unsicher, ob ich Informatik oder aber Wirtschaftsinformatik studieren soll. Kann ich einfach erst einmal mit einem der beiden beginnen? Bis wann muss ich mich entscheiden?
 
Die Entscheidung sollte am besten vor Ende des zweiten Semesters fallen. In den ersten zwei Semestern sind beide Studienrichtungen sehr ähnlich. Die wenigen fehlenden Module kann man in der verbleibenden Studienzeit leicht nachholen.
 



Aufbau des Studiums

Das Studium ist modular angelegt. In beiden Schwerpunktrichtungen belegen die Studierenden in den ersten Studienjahren zunächst gemeinsame Pflichtblöcke, welche die Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, Mathematik und Informatik vermitteln. Diese behandeln folgende Themengebiete:

  • Geschäftsprozesse und Informationssysteme
  • Technologien und Anwendungen der Wirtschaftsinformatik
  • Einführung in die Informatik / Einführung in das Programmieren
  • Algorithmen und Datenstrukturen
  • Grundlagen der Mathematik (Analysis, Lineare Algebra und Diskrete Strukturen)

Zu Beginn ihres Studiums lernen Studierende zudem in der Informatikwerkstatt berufsbildnahe Tätigkeiten eines Wirtschaftsinformatikers kennen und werden im Labor an Fragestellungen der Nutzung und Entwicklung betrieblicher und mobiler Anwendungssysteme herangeführt.

In der zweiten Studienphase belegen die Studierenden weiter führende Fächer aus Informatik, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftswissenschaften, wie:

  • Automatentheorie und Formale Sprachen
  • Betriebssysteme und Verteilte Systeme
  • Datenbanken
  • Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre
  • Grundlagen der Statistik
  • Integrierte Anwendungssysteme
  • Kombinatorische Optimierung
  • Mensch-Maschine-Interaktion
  • Mikroökonomik
  • Softwaretechnik
  • Unternehmensrechnung

Anschließende Studienmöglichkeiten

Für den Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik gilt der Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik als konsekutive Fortsetzungen. Ein Übergang in den Master Informatik und den Master-Studiengang Operations Research ist ebenfalls möglich. Bei der Wahl eines nicht-konsekutiven Master-Studiengangs ist eine frühzeitige Abstimmung mit dem Studienfachberater empfehlenswert.

Berufsbild und Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt und technologischer Fortschritt stellen hohe Anforderungen an die Flexibilität und Lernfähigkeit der Wirtschaftsinformatiker/-innen. Wir bilden hochqualifizierte Generalisten aus, die für den Umgang mit Methoden und Technologien des 21. Jahrhunderts gerüstet sind. An der Schnittstelle zwischen betriebswirtschaftlicher Problemstellung und technologischen Lösungsmöglichkeiten spielt die Wirtschaftsinformatik eine wesentliche Rolle in der Wirtschaft und Industrie. Besonders die Modellierung und Optimierung von Geschäftsprozessen und die mit den Geschäftszielen und Geschäftsprozessen abgestimmte Entwicklung von betrieblichen Informationssystemen sind Haupteinsatzgebiete der Wirtschaftsinformatiker.

Tätigkeitsfelder gliedern sich dabei in IT-Kernberufe (z. B. Einführung und Anpassung betrieblicher Standardsoftware (SAP), Organisation und Systemanalyse, Softwareentwicklung, Beratung/Verkauf), IT-Randberufe (Benutzung von Anwendungsprogrammen, z.B. in Controlling und Logistik), sowie IT-Mischberufe (Berücksichtigung von Aspekten der IT-Kern- und IT-Randberufe).

Ob in Beratung, Anwendungsentwicklung oder Forschung: Unseren Absolventen stehen auf dem Arbeitsmarkt alle Türen offen.

Studienfachberatung

Prof. Dr. Jörg Müller
Telefon: +49 5323 72-7141
Fax: +49 5323 72-7149
E-Mail: fachberatung-winf-bsc@in.tu-clausthal.de
Institut für Informatik
Julius-Albert-Straße 4
38678 Clausthal-Zellerfeld

 
Foto: Andre Bertram
Überblick
Typ: Bachelor-Studiengang
Dauer: 6 Semester
Unterrichtssprache: Deutsch
Abschluss:
Bachelor of Science (B.Sc.)
Zulassungsvoraussetzung: Hochschulzugangsberechtigung
Studienbeginn:
Empfohlen wird das Wintersemester, möglich ist auch das Sommersemester.

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