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Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor)

 

Wirtschaftsingenieure bearbeiten Aufgaben, die im Überschneidungsbereich von Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften liegen. Sie tragen dazu bei, dass technische Probleme auch nach ökonomischen Gesichtspunkten bewältigt und dass wirtschaftliche Problemstellungen unter Berücksichtigung der technologischen Randbedingungen gelöst werden. Ziel des konsekutiven Bachelor-Master-Studiengangs ist die Ausbildung von Wirtschaftsingenieuren, die in der Lage sind, in Zusammenhängen zu denken und Schnittstellen zwischen Technik und Wirtschaft zu überbrücken. Der Bachelor-Abschluss ermöglicht sowohl den direkten Berufseinstieg als auch die Aufnahme eines vertiefenden Master-Studiengangs.

Fachliche Schwerpunkte

Im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen wird großer Wert auf eine breite ingenieurwissenschaftliche sowie betriebs- und volkswirtschaftliche Grundausbildung gelegt. Durch das Studium sollen Fachkenntnisse und Fähigkeiten erworben werden, die ein problemorientiertes Arbeiten gewährleisten und eine lebenslange Weiterqualifikation ermöglichen. Damit werden die Absolventen befähigt, weitgehend unabhängig von einer speziellen Branche Aufgaben an der Nahtstelle zwischen Technik und Wirtschaft wahrzunehmen und sich als Generalisten mit dem notwendigen Überblickswissen in beiden Bereichen zurechtzufinden.

Fragen & Antworten

 
Beispiele für typische Tätigkeitsfelder von Wirtschaftsingenieuren sind die Bereiche Produktion, Logistik, Vertrieb, Unternehmensberatung, Projektmanagement und Controlling.
 
Diese Aussage trifft zu. Wirtschaftsingenieure bearbeiten Aufgaben, die im Überschneidungsbereich von Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften liegen. Grundsätzlich sind Wirtschaftsingenieure in fast allen Unternehmensbereichen und Branchen anzutreffen; die oben genannten Tätigkeitsbereiche lassen sich jedoch als bevorzugte Einsatzgebiete identifizieren. Eine große Anzahl an Wirtschaftsingenieuren nimmt außerdem leitende Funktionen in Unternehmen wahr.


Quelle: Baumgarten H, Schmager B (2011), Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis Berufsbilduntersuchung 2011. Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V., Berlin, S. 61 f.
 
 
Sind die Berufsaussichten für Wirtschaftsingenieure heute etwas schlechter als vor 20 Jahren? Die Anzahl der Absolventen hat sich in diesem Zeitraum ja deutschlandweit mehr als vervierfacht.
 
Nein, diese Aussage trifft nicht zu. Es gibt in Deutschland heute zwar mehr als viermal so viele Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens als noch vor 20 Jahren, trotzdem ist die Nachfrage nach Absolventen ungebrochen. In einer großen Studie der Unternehmensberatung McKinsey und der Zeitschrift DER SPIEGEL zu den Beschäftigungschancen von Hochschulabsolventen schnitt das Wirtschaftsingenieurwesen unter den 23 untersuchten großen Studienfächern in den vier erhobenen Kategorien Einstiegsgehälter (3227, Platz 1), Anteil der Berufseinsteiger 6 Monate nach Studienabschluss (93 %, Platz 4), Anteil der Berufseinsteiger mit Vollzeitstelle (96 %, Platz 1) und Anteil der Berufseinsteiger mit unbefristeter Stelle (65 %, Platz 2) hervorragend ab.


Quellen:
Koch J, Mohr J (2006): Gute Fächer, schlechte Fächer. DER SPIEGEL 50/2006, S. 64-79.
Ilg P (2005): Wirtschaftsingenieure: Begehrte Alleskönner. SPIEGEL Online vom 5. August 2005.
 
 
Stimmt es, dass im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen die Vermittlung von Faktenwissen im Vordergrund steht und es bei der Prüfungsvorbereitung darauf ankommt, den Vorlesungsstoff möglichst effizient auswendig zu lernen und detailgetreu wiedergeben zu können?
 
Nein, das trifft nicht zu. Durch das Studium sollen Fachkenntnisse und Fähigkeiten erworben werden, die ein problemorientiertes Arbeiten gewährleisten und eine lebenslange Weiterqualifikation ermöglichen. Hierbei sollen insbesondere Methodenwissen und Abstraktionsfähigkeit vermittelt werden, mit denen eine nachhaltige und polyvalente Berufsfähigkeit erreicht wird. Daher liegt der Schwerpunkt von Prüfungen typischerweise auf der Anwendung und Übertragung erlernter Verfahrensweisen auf bekannte oder abgewandelte Problemstellungen. Diese sogenannte Methoden- und Transferkompetenzen können nur mit viel Übung erlangt werden. Daher ist fast jede Vorlesung des Studiengangs mit einer Übungsveranstaltung kombiniert, in der die Inhalte der Vorlesung anhand von Aufgaben und Fallstudien illustriert und angewandt werden.
 
 
Muss ich mich gleich zu Beginn des Wirtschaftsingenieurstudiums in Clausthal auf eine ingenieurwissenschaftliche Studienrichtung festlegen? Zur Auswahl könnten die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik, Werkstoffwissenschaften und Energiewissenschaften stehen.
 
Nein! Im Unterschied zu den meisten anderen deutschen Universitäten verzichtet die TU Clausthal ganz bewusst auf eine Unterteilung ihres Bachelorstudiengangs in einzelne technische Studienrichtungen. Dies bedeutet, dass im Bereich der Ingenieurwissenschaften alle wichtigen Grundlagenfächer des Maschinenbaus, der Elektrotechnik und der Werkstoffwissenschaften vermittelt werden; darüber hinaus enthält der Studiengang auch Übersichtsveranstaltungen zu den Clausthaler Schwerpunktdisziplinen der Energie- und Rohstoffwissenschaften. Dieses Konzept entspricht einer konsequenten Umsetzung des Leitbilds von Wirtschaftsingenieuren als Generalisten mit profundem Überblicks- und Zusammenhangswissen, die weitgehend unabhängig von einer Branche Aufgaben an der Nahtstelle zwischen Technik und Wirtschaft wahrnehmen. Ferner garantiert das Konzept eine größtmögliche Flexibilität im Hinblick auf Spezialisierungs-möglichkeiten in einem anschließenden Masterstudiengang.
 
 
Das Profil der wirtschaftswissenschaftlichen Fächer im Studiengang ist entscheidungsorientiert. Die Absolventen werden somit in die Lage versetzt, quantitativ und qualitativ fundierte Entscheidungen in einem Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen treffen zu können.
 
Ja, diese Aussage trifft zu. Der Studiengang umfasst alle klassischen wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagenfächer, ist jedoch im Vergleich zu den Angeboten anderer Hochschulen durch eine stärker entscheidungsorientierte und damit quantitative Ausrichtung geprägt. Dies bedeutet, dass insbesondere auch mathematische und statistische Methoden zur Optimierung betrieblicher Leistungs- und Finanzprozesse sowie Methoden der Entscheidungstheorie gelehrt werden.
 
 
Ist das Wirtschaftsingenieurstudium ein Elitestudiengang, der besonders hohe Ansprüche stellt und in dem 210 anstelle der sonst üblichen 180 Leistungspunkte vergeben werden?
 
Nein, das trifft nicht zu. Obwohl ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens aufgrund der geforderten Polyvalenz der Ausbildung höhere Ansprüche an die Flexibilität und die Einsatzbereitschaft der Studierenden stellt als klassische Ein-Fach-Studiengänge, muss man kein Überflieger sein, um den Studiengang erfolgreich absolvieren zu können. Die wichtigsten persönlichkeitsbezogenen Erfolgsfaktoren für das Studium und die berufliche Tätigkeit als Wirtschaftsingenieur sind Motivation, Verantwortungsbewusstsein, Zielorientierung, Spaß am Planen und Organisieren sowie Team- und Kommunikationsfähigkeit.


Quelle: Baumgarten H, Schmager B (2011), Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis Berufsbilduntersuchung 2011. Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V., Berlin, S. 68 f.
 
 
Stimmt es, dass Wirtschaftsingenieurstudenten an der TU Clausthal speziell auf sie zugeschnittene Vorlesungen hören, die im Vergleich zu den Veranstaltungen für Studenten des Maschinenbaus oder der Betriebswirtschaftslehre weniger in die Tiefe gehen?
 
Nein, das trifft nicht zu. Alle Vorlesungen des Bachelorstudiengangs sind auch in betriebswirtschaftlichen oder ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen der TU verankert. Daher werden alle Grundlagenfächer in der gleichen Breite und mit dem gleichen Anspruchsniveau vermittelt wie in den monodisziplinären Studiengängen.
 
 
Obwohl der Studiengang in Rankings sehr gut abschneidet, ist er nicht zulassungsbeschränkt. Ist dann in der Konsequenz das allgemeine Anforderungsniveau des Clausthaler Studiengangs etwas unter dem anderer Universitäten angesiedelt?
 
Nein, das trifft nicht zu. Es ist korrekt, dass der Studiengang in Rankings traditionell gut bewertet wird und trotzdem nicht zulassungsbeschränkt ist. Die Bereitschaft, den Zugang zum Studiengang für alle Bewerber mit einer einschlägigen Hochschulzugangsberechtigung zu ermöglichen, verknüpft die Universität jedoch mit der Erwartung an eine hohe Eigenmotivation und Leistungsbereitschaft sowie eine angemessene Belastbarkeit ihrer Studierenden. Das Anforderungsniveau der Studieninhalte ist mit dem anderer guter Wirtschaftsingenieurstudiengänge deutscher Universitäten wie Aachen, Darmstadt, Kaiserslautern oder Karlsruhe vergleichbar.
 
 
Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist deutschsprachig. Dies bedeutet, dass die Veranstaltungen in der Regel in deutscher Sprache angeboten werden; viele Lehrbücher und nahezu die gesamte wissenschaftliche Literatur in Fachzeitschriften sind jedoch englischsprachig.
 
Ja, diese Aussage trifft zu. Obwohl die Vorlesungen des Bachelorstudiengangs in deutscher Sprache gehalten werden, besteht die Möglichkeit, sich während des Studiums in unterschiedlichen Fremdsprachen weiterzubilden. Das gut ausgestattete Internationale Zentrum der Universität bietet eine Vielzahl an Kursen an, die im Rahmen des studium generale von Clausthaler Studenten kostenlos belegt werden können. Insbesondere die Perfektionierung der Englischkenntnisse ist sinnvoll, da mit zunehmendem Studienfortschritt der Umfang der eingesetzten englischsprachigen Literatur kontinuierlich größer wird und die gute Beherrschung der englischen Sprache für die spätere Berufstätigkeit wichtig ist.
 
 
Im Laufe meines Studiums möchte ich gerne ein Semester im Ausland verbringen. Hierfür gibt es an der TU Clausthal vielfältige Möglichkeiten. Für die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen gibt es einen wohldefinierten Prozess mit klaren Regeln.
 
Ja, diese Aussage trifft zu. Die TU Clausthal ist traditionell eine der Universitäten mit dem höchsten Anteil internationaler Studierender in Deutschland. Es bestehen vielfältige Kooperationen mit Hochschulen im Ausland. Auslandsaufenthalte Clausthaler Studenten sind nicht verpflichtend vorgeschrieben, werden jedoch vom Internationalen Zentrum aktiv unterstützt. Die im Ausland erbrachten vergleichbaren Studienleistungen werden für das Clausthaler Studium anerkannt. Voraussetzung hierfür ist lediglich der Abschluss einer Anerkennungsvereinbarung mit dem Studienfachberater des Studiengangs vor Antritt des Auslandssemesters.
 
 
Der Bachelorabschluss Wirtschaftsingenieurwesen ist berufsqualifizierend. Ist es denn empfehlenswert, gleich nach dem Bachelorstudium in den Beruf einzusteigen, falls keine akademische Karriere an einer Universität angestrebt wird?
 
Nein. Ein Bachelorabschluss an einer deutschen Universität ist ein berufsqualifizierender akademischer Abschluss, mit dem ein Berufseinstieg möglich ist. Wirtschaftsingenieure mit Bachelorabschluss werden sogar stärker nachgefragt als Absolventen anderer Bachelorstudiengänge. Dabei weichen die Tätigkeitsfelder von Bachelorabsolventen kaum von den Einsatzgebieten von Absolventen der Diplom- oder Masterstudiengänge ab. Allerdings liegt der Schwerpunkt eher auf operativen Aufgaben nach Anweisung und weniger auf (Personal-)Führungsaufgaben. Daher wird empfohlen, nach dem Bachelorabschluss einen Masterstudiengang zu absolvieren, in dem durch die vielfältigen Wahl- und Spezialisierungsmöglichkeiten eine individuelle Profilbildung ermöglicht wird.


Quelle: Baumgarten H, Schmager B (2011), Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis Berufsbilduntersuchung 2011. Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V., Berlin, S. 25
 
 
Nach dem Bachelorabschluss besteht die Möglichkeit, in Clausthal einen weiterführenden Masterstudiengang zu absolvieren. Dieser wird in den drei alternativen Studienrichtungen Produktion und Prozesse, Energie- und Rohstoffmanagement sowie Werkstofftechnologien angeboten.
 
Ja, im Clausthaler Masterstudiengang werden die Studierenden in den drei genannten zukunftsträchtigen Studienrichtungen an aktuelle Forschungsfragen herangeführt. Dabei profitieren sie von der gebündelten Kompetenz der TU Clausthal auf den Gebieten des Maschinenbaus und der Verfahrenstechnik, der Rohstoff- und Energiewissenschaften, der Werkstoffwissenschaften und der quantitativen Betriebswirtschaftslehre. Ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliche Inhalte werden durch Schnittstellenfächer wie Operations Management, Industriegü-termarketing, Produktionstechnik, Materialfluss und Logistik, Elektrizitätswirtschaft oder Energieökonomik miteinander verbunden. Alternativ zur Fortsetzung des Studiums an der TU Clausthal ist natürlich auch der Wechsel in einen Masterstudiengang einer anderen Universität möglich.
 
 
Als Zulassungsvoraussetzung zum Studium wird ein achtwöchiges Vorpraktikum verlangt. Muss ich den Nachweis über die Praktikantentätigkeit gleich zum Zeitpunkt der Bewerbung für den Studiengang erbringen?
 
Nein, diese Aussage trifft nicht zu. Das achtwöchige Vorpraktikum ist zwar als formale Zulassungsvoraussetzung definiert, kann jedoch auch nach der Immatrikulation noch bis zum Ende des dritten Fachsemesters erbracht werden und ist für die Anmeldung zur Bachelorarbeit nachzuweisen. In den Prüfungszeiträumen zwischen den Semestern sind jährlich zehn klausurfreie Wochen integriert, die die Absolvierung des Praktikums auch nach Studienbeginn erlauben. Das Praktikum kann als kaufmännisches und/oder technisches Praktikum absolviert werden.
 
 
Die beste Vorbereitung auf mein Studium ist die gründliche Beschäftigung mit der Frage, ob ich einen der Berufe, auf die ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens vorbereitet, später einmal ausüben möchte. Außerdem sollte ich an der Orientierungsphase teilnehmen, zu der ich nach meiner Bewerbung eingeladen werde.
 
Ja, das trifft zu. Wichtiger als die Wiederholung schulischer Lerninhalte oder die vorbereitende Beschäftigung mit neuen Studieninhalten ist die intensive Auseinandersetzung mit den Profilen unterschiedlicher Studiengänge und deren Berufsbildern. Wenn die Entscheidung für einen Studiengang getroffen wurde, muss ein geeigneter Hochschulstandort gewählt werden. Hierzu sollten die ins Auge gefassten Universitäten mindestens einmal besucht und ein Beratungsgespräch mit dem Studienfachberater geführt worden sein.


Umfangreiche Informationen zum Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und zum Berufsbild von Wirtschaftsingenieuren findet man in der Broschüre


Baumgarten H., Schmager B. (2011),
Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis Berufsbilduntersuchung 2011.
Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e. V. (VWI), Berlin,


die beim VWI (http://www.vwi.org/) bestellt werden kann.


Detaillierte Informationen zum Clausthaler Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen sind im Internet zu finden unter http://www.wiwi.tu-clausthal.de/studium/studiengaenge/wirtschaftsingenieurwesen-bachelor/.


Wenn Sie sich für ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Clausthal entschieden haben, sollten Sie nach Möglichkeit an der zweiwöchigen Orientierungsphase vor Studienbeginn teilnehmen, in die auch ein Mathematik-Vorkurs zur Auffrischung der schulischen Mathematik-Kenntnisse integriert ist. Zur Orientierungsphase werden Sie nach Ihrer Zulassung zum Studium persönlich eingeladen.
 
 
Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens kann ich sowohl im Winter- als auch im Sommersemester aufnehmen.
 
Ja, diese Aussage trifft zu. Die meisten Studienanfänger starten zum Wintersemester, dennoch ist auch ein Studienbeginn zum Sommersemester ohne Zeitverlust möglich. Für Personen, die ihr Studium im Sommersemester aufnehmen, existieren ein eigener Modellstudienplan und spezielle Hinweise auf der Homepage des Studiengangs.


Quelle: http://www.wiwi.tu-clausthal.de/studium/studiengaenge/wirtschaftsingenieurwesen-bachelor/bwiing-imma-sose/
 
 
Erlaubt der Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen ein Teilzeitstudium für Berufstätige und können die Veranstaltungstermine flexibel gewählt werden?
 
Nein, das trifft leider nicht zu. Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens ist als Vollzeitstudiengang konzipiert. Dieser besteht aus Vorlesungen, Übungen, Laborpraktika und Seminaren, die zu festgelegten Zeiten stattfinden. Gemäß dem europäischen Leistungspunktesystems ECTS werden pro Semester durchschnittlich 30 Leistungspunkte vergeben, die jeweils einem durchschnittlichen Workload von 30 Stunden entsprechen. Ein Studium in der vorgesehenen Regelstudienzeit von sechs Semestern ist daher mit einer Berufstätigkeit im Umfang von 40 Wochenstunden vergleichbar.
 
 
Stimmt es, dass ich etwa 60 bis 70 % der Zeit meines Studiums in Hörsälen, Seminarräumen oder Laboren verbringe und die übrige Zeit für das Selbststudium und die Prüfungsvorbereitung vorgesehen ist?
 
Nein, stimmt nicht! Der Zeitanteil des Selbststudiums (Vor- und Nachbereitung von Vorlesungen und Übungen) und der Prüfungsvorbereitung ist mit ca. 60 % noch deutlich höher zu veranschlagen. Die meisten Veranstaltungen des Studiengangs besitzen einen Umfang von drei Wochenstunden über 14 Vorlesungswochen und werden mit 3 oder 4 Leistungspunkten bewertet. Damit steht eine Präsenzzeit an der Universität von 42 Stunden einer durchschnittlichen Arbeitsbelastung von 90 bzw. 120 Stunden pro Veranstaltung gegenüber.
 
 
Der Modellstudienplan des Studiengangs stellt eine Empfehlung dar, wie ich mein Studium organisieren kann, wenn ich innerhalb der Regelstudienzeit von sechs Semestern meinen Abschluss machen möchte. Grundsätzlich kann ich mein Studium aber selbstverantwortlich betreiben und auch mehr als sechs Semester bis zum Abschluss benötigen, wenn dies aus persönlichen Gründen notwendig ist oder sinnvoll erscheint.
 
Ja, diese Aussage trifft zu. Im Unterschied zur Schule betreiben Studenten einer Universität ihr Studium in eigener Verantwortung. Diese akademische Freiheit äußert sich auch darin, dass bei Vorlesungen und Übungen keine Anwesenheitspflicht besteht und die in einem Semester zu belegenden Veranstaltungen nicht vorgeschrieben werden. Der regelmäßige Besuch der Veranstaltungen und das Studium nach Modellstudienplan bringen jedoch einige Vorteile mit sich. So ist der Arbeitsaufwand im Studium erfahrungsgemäß deutlich höher, wenn die Vorlesungsinhalte ohne Erläuterungen der Dozenten und ohne Übungen verinnerlicht werden müssen. Weiterhin orientiert sich die Planung der Prüfungstermine an einem Studium nach Modellstudienplan; dieser berücksichtigt außerdem Randbedingungen, die sich aus notwendigen Kenntnissen für den Besuch weiterführender Vorlesungen ergeben.


Quelle: https://www.wiwi.tu-clausthal.de/fileadmin/Institut/Pruefungsangelegenheiten/Studienplaene/Modellstudienplan_Bachelor_Wiing_AFB_2008-April_2012.pdf
 
 
Ist es richtig, dass die TU Clausthal in den 1970er Jahren als reformpädagogische Gesamthochschule gegründet worden ist und sich insbesondere im Bereich der Gewerbelehrerausbildung einen Namen gemacht hat?
 
Nein, das ist falsch. Die TU Clausthal ist aus einer 1864 gegründeten traditionsreichen Bergakademie hervorgegangen, deren Vorgängerinstitution als wissenschaftliche Ausbildungsstätte für Berg- und Zimmerleute auf das Jahr 1775 zurückgeht. Damit gehört die TU zu einer der ältesten technisch orientierten wissenschaftlichen Lehr- und Forschungseinrichtung in Deutschland. Die TU Clausthal steht heute insbesondere für eine in interdisziplinären Zentren organisierte Spitzenforschung auf den zukunftsträchtigen Gebieten der Energiewissenschaften, der Werkstofftechnologien und der Simulationswissenschaften.


Quelle: http://www.tu-clausthal.de/info/basics/
 



Aufbau des Studiums

Die Lehrinhalte der Ingenieur- und der Wirtschaftswissenschaften nehmen bereits ab dem ersten Semester gleichen Raum ein. Hierbei steht nicht die Vermittlung von Faktenwissen im Vordergrund, sondern vielmehr die Erlangung von Methodenwissen und Abstraktionsfähigkeit, mit denen eine nachhaltige Berufsfähigkeit erreicht wird. Im Einzelnen sind die folgenden Pflichtfächer zu belegen:

Wirtschafts- und rechtswissenschaftliche Fächer

  • Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
  • Unternehmensführung
  • Produktion
  • Marketing
  • Buchführung und Jahresabschluss
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Kostenmanagement
  • Investition und Finanzierung
  • Unternehmensforschung I und II
  • Operations Management I
  • Marktforschung I
  • Personal und Führungsorganisation
  • Entscheidungstheorie
  • Allgemeine Volkswirtschaftslehre
  • Mikroökonomik
  • Makroökonomik
  • Wirtschaftspolitik
  • Wissenschaftliches Arbeiten und Seminar
  • Einführung in das Recht I und II

Ingenieurwissenschaftliche Fächer

  • Werkstoffkunde
  • Einführung in Energie und Rohstoffe
  • Fertigungstechnik
  • Produktionstechnik
  • Technische Mechanik I und II
  • Elektrotechnik für Ingenieure I und II 
  • Praktikum zu Grundlagen der Elektrotechnik I und II
  • Maschinenzeichnen/CAD
  • Maschinenlehre I und II
  • Technische Thermodynamik I
  • Wärmeübertragung I
  • Energiesysteme

Rahmenwissenschaften und Schnittstellenfächer

  • Einführung in die Allgemeine und anorganische Chemie I
  • Einführung in das Recht I und II
  • Ingenieurmathematik I und II
  • Ingenieurstatistik I
  • Grundlagen der Programmierung
  • Wirtschaftsinformatik: Geschäftsprozesse und Informationssysteme

Diese Pflichtfächer werden durch ein ingenieur- und ein wirtschaftswissenschaftliches Wahlpflichtfach ergänzt, das aus einem Katalog der jeweiligen Lehreinheit gewählt werden kann. Zusätzlich muss ein wirtschaftswissenschaftliches Seminar belegt und eine Bachelorarbeit mit Kolloquium absolviert werden.

Industriepraktikum

Bestandteil des Studiums ist eine berufspraktische Tätigkeit im Umfang von acht Wochen, die als kaufmännisches und/oder technisches Vorpraktikum zu leisten ist. Dies bedeutet, dass das Praktikum vor Aufnahme des Studiums, spätestens jedoch zum Ende des dritten Fachsemesters absolviert worden sein muss. Für die Anmeldung zur Bachelorarbeit ist das Vorpraktikum zwingend nachzuweisen.

Anschließende Studienmöglichkeiten

Der Bachelor ist ein erster berufsqualifizierender Abschluss nach drei Jahren. Es kann sich ein Master-Studium in Wirtschaftsingenieurwesen oder einem benachbarten Fachgebiet anschließen.

Berufsbild und Arbeitsmarkt

Die aktuellen Entwicklungen in der verarbeitenden Industrie und der Rohstoff- und Energiebranche führen auf dem Arbeitsmarkt zu einer hohen Nachfrage nach Wirtschaftsingenieuren, so dass sich für die Absolventen hervorragende Berufsperspektiven bieten. Der erfolgreiche Abschluss des Bachelor-Studiengangs ermöglicht den Einstieg in Positionen, in denen grundlegendes ingenieur- und wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen benötigt wird. Als mögliche Tätigkeitsbereiche der Absolventen können unter anderem genannt werden: Einkauf, Produktionsmanagement, Arbeitsvorbereitung, technischer Vertrieb, Qualitätssicherung, Instandhaltung, Logistik, Controlling.

Studienfachberatung

Prof. Dr. Christoph SchwindtProf. Dr. Christoph Schwindt
Telefon: +49 5323 72-7610
Fax: +49 5323 72-7698
E-Mail: ba.wiing@tu-clausthal.de
Institut für Wirtschaftswissenschaft
Julius-Albert-Straße 2
38678 Clausthal-Zellerfeld

 

Ingenieurwissenschaftlicher Bereich


Prof. Dr.-Ing. Volker Wesling
Telefon: +49 5323 72-2503 / 72-3776
Fax: +49 5323 72-3198
E-Mail: office@isaf.tu-clausthal.de
Institut für Schweißtechnik und Trennende Fertigungsverfahren
Agricolastraße 2
38678 Clausthal-Zellerfeld


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